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Berufsbild Business Analyst*in

Wer Anforderung sagt, muss auch Business Analyse sagen.

Als Business Analyst*in (auch: Business-Analytiker*in, Corporate Analyst, (Business) System Analyst, Requirements Engineer, Business Architect) sind Sie in Ihrem Unternehmen für Geschäftsprozess- und Systemanalysen zuständig. Dieses Ist übersetzen Sie im Zuge des Change Management in Anforderungen an das Soll und entwickeln zusammen mit den Fachabteilungen Optimierungs- und Lösungsarchitekturen. Mit breiter Expertise kann man als Business Analyst*in diese dann mit technischen Fachkonzepten, Prozessdarstellungen, Use Cases sowie ER- und Datenmodellen fundieren. Das Ziel: die Implementierung in die bestehende Systemumgebung und ein neues, besseres Ist.

Markdown-Diagramm übers Nudelkochen

Ist: Hunger. Soll: Sättigung. Lösung: Gekochte Spaghetti. Wie kommen Business Analyst*innen dorthin? Mit UML! Bild: Wikimedia.

Typische Aufgaben als Business-Analyst*in

  • Geschäftsprozess- und Systemanalysen
  • Spezifikation von Anforderungsprofilen im Requirements Engineering
  • Entwicklung von Lösungsarchitekturen und technischen Fachkonzepten
  • Prozessoptimierungen und Erweiterungen der bestehenden Systemumgebung
  • Business Cases, KPI-Definition, Ressourcen- und Budgetplanung
  • Kosten-Nutzen-Analysen, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Risikoabschätzungen

Business Analyst*innen schippern stets unter der Flagge der Geschäftsprozess- und Systemanalysen. Entlang der Anforderungsprofile von Stakeholdern und Fachabteilungen oder – falls man auf Projektbasis im Einsatz ist – der Kunden geht es an die stetige Verbesserung aller geschäftskritischen Parameter. Das Requirements Engineering bildet dabei nur einen Aspekt unter vielen. Man entwickelt Lösungsarchitekturen und technische Fachkonzepte und scheut sich dabei nicht vor Prozessdarstellungen, ER-Modellen, Use Cases, Datenmodellen und Skizzen.

Oft ist die ganze Systemumgebung von den Analysen, Konzepten und Integrationen der Business Analyst*innen betroffen. Denn bei der Definition von Zielen denkt man selten klein. Es gilt, umfassende Business Cases zu erstellen, die alle Anforderungen in Hinblick auf Kapazität, Sicherheit, Änderungs-, Problem- und Qualitätsmanagement abbilden, System- sowie Akzeptanztests bestehen und anschließend entsprechende KPIs festzusetzen. Da die nötigen Ressourcen nicht auf Bäumen wachsen, ist der Wert von Planungen, Kosten-Nutzen-Analysen, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Risikoabschätzungen kaum zu überschätzen. Man sieht: Der “Analyse”-Teil in “Business Analyst*in” steht dort nicht zum Spaß. ;-)

Langfristig identifiziert und etabliert man damit neue Best-Practice-Ansätzen und prägt Entscheidungsvorlagen für die Nachwelt. Die Beobachtung des Marktes steht dabei stets auch mit auf der Agenda, denn häufig öffnet die Erkenntnis dessen, was möglich ist und anderswo eventuell bereits etabliert ist, bei eigenen Geschäftsanforderungen die Augen. Bei all dem hat man zudem oft eine fachliche wie örtliche Schnittstellenfunktion inne, in der auch die Fachbereiche auf die operative und strategische Expertise der Business Analyst*innen zählen, etwa um die Sicherstellung von SLAs zu überblicken.

Welche Techs sind im BA-Umfeld gefragt?

Ohne Risiko geht nichts

Kein Nutzen ohne Kosten. Wie hoch diese sind (/sein können), weiß hoffentlich der*die Business Analyst*in. Bild: Pixabay

Durch die sehr analytische Prägung dieses Berufsfeldes (Überraschung!) kommt es weniger auf harte Tech-Skills denn mehr auf zahlenbasiertes und methodisches Rüstzeug an. Dennoch ist es gerade zur Prozessmodellierung nicht selten wichtig, dass man seine Vision für ein Software-System mit UML auf die Straße bringen kann. Die mit der Unified Modeling Language festgehaltenen Anwendungsfalldiagramme lassen sich dann von Entwickler*innen und IT-Architekt*innen abgleichen und überprüfen. In Aktivitätsdiagrammen dokumentieren Business Analyst*innen dagegen zusammen mit den Fachabteilungen Entwicklungsabläufe für die Devs, bevor die Systemingenieure schließlich dem UML-Verteilungsdiagramm die Einzelheiten fürs Deployment entnehmen.

Ist UML eine Modelliersprache, die nicht nur rein technologisch Anwendung findet (auch Spaghettikochen lässt sich damit darstellen), kommt für Business Analyst*innen auf der anderen Seite noch SQL ins Spiel. Gerade größere Unternehmen werden ihren Datenfokus in Zukunft verschärfen, viele ihrer Daten werden daher bereits in Data Warehouses akkumuliert. Natürlich gibt es Fälle, bei denen man nicht eine Zeile Code selbst schreiben muss, ein Grundverständnis von SQL und die Fähigkeit eigene Abfragen zu stellen, lassen einen analytische Bestrebungen aber ungleich leichter in die Tat umsetzen. Was nützen einem alle Geschäftsdaten der Welt, wenn man sie nicht selbst anzapfen kann?

Technologien

  • UML
  • SQL

Häufig verwendete Tools

  • Jira oder vergleichbar

Tools und Methoden, die man sonst noch kennen sollte

  • IT Change Management
  • Prozessmodellierung
  • Projekt-/Produktmanagement
  • Requirements Engineering
  • Qualitätssicherung

Als Meister der Optimierung glänzen Business Analyst*innen bei der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachdisziplinen durch geschäftlichen Weitblick, betriebswirtschaftliches Know-how und solides Handwerkszeug. Für Schnittmengen zum Projektmanagement (auch die eigene Analyse will schließlich in handliche Pakete geschnürt werden) bieten sich auch Kenntnisse von Jira jederzeit an. Das wird oft ohnehin gefordert, falls man es aber noch nicht auf dem Kasten hat, freuen sich Business Analyst*innen über ihre Schnittstellenfunktion und damit die Diffusion von PM-Wissen und -Methoden. Neben dem Anforderungsmanagement, der Analyse und Konzeption von Prozessoptimierungen und dem Erstellen fachlicher Feinkonzepte kommt auch eine adleräugige Identifikation von Best-Practice-Ansätzen sehr gut an. Mit einem scharfen Blick fürs Detail sollten sich auch die KPIs realistisch anlegen lassen.

Methoden und Konzepte

  • Plan-zentrierte Methoden (Wasserfall)
  • Änderungs-getriebene Methoden (agiler Ansatz)

Was darf es sonst noch sein?

  • ERP-Systeme (etwa SAP, Oracle, Sage usw.)
  • Studium der (Wirtschafts-)Informatik, Mathematik oder BWL
  • Weiterbildungen in Business Analyse, besonders im Ausland nützlich
  • Berufserfahrung im Anforderungs- oder Projektmanagement
Übersicht über ERP-Module

Eine eine kleine Auswahl der Komponenten des Enterprise Ressource Planning. (Bild: Wikimedia.)

Klar, kommunikative Skills kann man nicht nur in der Business Analyse gebrauchen. Aber wenn Sie hier welche mitbringen, profitiert davon gleich eine Reihe von Menschen: Seien es Stakeholder, interne Fachbereiche, externe Dienstleister oder Kunden. Auch bestimmte Tätigkeitsfelder sind erstklassiger Nährboden für gute Kommunikation: So etwa die Beratung von Kolleg*innen in operativen und strategischen Fragen, die Vermittlung zwischen User-Anforderungen und technischer Umsetzung oder die Abstimmung von klipp und klaren SLAs. Und was kann man noch gebrauchen? Nun, Sie würden das hier nicht auf der Seite einer IT-Personalberatung lesen, wenn sich ein sehr gutes technisches Verständnis nicht auch auszahlen würde. ;-) Zudem sind eine hohe Motivationsgabe, massig Teamgeist, Bock auf Workshops und Schulungen (auch als Moderator) sowie Erfahrungen mit Budgetplanung immer gern gesehen. Je nach Unternehmensgröße natürlich mit unterschiedlicher Gewichtung.

Wohin der Weg sonst noch führt.

  • IT-Projektmanagement
  • IT-Consulting
  • Software Engineering
  • BI Analyst
  • Data Analyst
  • Controlling

Wenn man in der Business Analyse heimisch ist, und seine Skills dort seit längerer Zeit geschärft hat, stehen einem in der IT mannigfaltig Tür und Tor offen. Je nach eigenem technischem Horizont kann man sich mal tiefer in die Materie wagen oder seinen Kompass auf noch konzeptionellere Tätigkeiten ausrichten. Will heißen: Einer Umorientierung ins Projektmanagement oder Consulting steht für versierte Strategen und Strippenzieher nichts im Weg, mit mehr datenbanklichem Rüstzeug kann man dagegen einen Blick in Richtung Data oder BI Analysis werfen. Sie möchten lieber der Umsetzung und Einhaltung der neu definierten Prozesse beiwohnen und einen genauen Blick auf jeden Schritt werfen und haben ein außergewöhnlich starkes Faible für Zahlen? Nichts wie ab ins Controlling!

Wissenswert

  • Business Analyst*innen sind Berater, Change Agent und Moderator in einer Person
  • Sie wollen die Business Analyse “richtig” studieren? Dann ab nach Zürich, an die Hochschule für Wirtschaft!

Tech-Trends

  • in einer Reihe von Modellen sind diverse Standardmodelle der Business-Analyse codifiziert, darunter: PESTLE, MOST, STEER, Heptalysis, SWOT, CATWOE, SCRS und viele weitere

Und was verdient man als Business Analyst*in?

Da es hier geschäftlich ans Eingemachte geht und man durchaus die Hände an kritische Teile des Unternehmens-Motors anlegt, ist die Tätigkeit gehaltlich in Richtung Großkonzern kaum gedeckelt. Dennoch mangelt es nicht an Betriebswirtschaftler*innen, die das Potenzial mitbringen, um in die Tätigkeit hineinzuwachsen – die Einstiegsgehälter halten sich so zumeist im Rahmen (ab 40k €/J kann man aber schon einrechnen). Dazwischen ist je nach Erfahrungslevel alles drin.

Kohle, Zaster, Dublonen und Asche: Die Anzahl der Synonyme geht ins Unendliche, dennoch ist Geld nicht alles. Je nach Konzern kann man so verschiedene harte und weiche Benefits erwarten, die einem entweder im Tagesgeschäft und Arbeitsalltag kleine und große Erleichterungen verschaffen, oder langfristig durch Polsterungen von Rente oder Versicherungsbeiträgen für Ruhe sorgen. Was man davon wie stark gewichtet (vermögenswirksame Leistungen, oder doch lieber tägliches Kickern und Paintball-Event im Sommer?), ist jedem für sich selbst überlassen. Studien zeigen auf jeden Fall, dass die Zufriedenheit am Arbeitsplatz nicht nur vom Lohnniveau abhängt.

Verdienst

  • ab 40.000 € (Einsteiger)
  • ab 45 - 75.000 € (Consultant)
  • bis über 80.000 € (Senior)

Ihre Ansprechpartner für BA-Positionen: