Berufsbild Android Developer

Für Entwickler*innen, die auf Java und Süßspeisen stehen.

Als Android Developer (alternativ: Android Entwickler*in oder Android Engineer) konzipiert, entwickelt und implementiert man frische Apps für vorwiegend mobile Geräte, kann aber auch für Plattformen wie Fernseher, IoT und Connected Car aktiv werden. Anschließend optimiert und erweitert man seine Sprösslinge, um die Stellung im Play Store zu verteidigen. Auch die Analyse funktionaler und nicht-funktionaler Anforderungen, die Umsetzung hochwertiger User-Interfaces und innovativer Interaktionskonzepte, die reibungslose Datenbank-Anbindung und Klassiker wie Releasemanagement und QA stehen hier auf der Agenda. Dabei sind Java immer, DBs sehr oft und Frontend-Techs häufig auch mit im Boot.

Typische Aufgaben für Android Developer

  • Konzeption, Entwicklung & Pflege von Android-Apps diverser Hardware-Plattformen
  • das umfasst die Planung, Entwicklung und Implementierung neuer Features
  • Anbindung von Schnittstellen und Datenbanken
  • Anforderungsanalyse, Release Management, QA und Dokumentation
  • oft auch cross-funktionale Entwicklung mit iOS-Entwickler*innen
Alternativtext

Ein beschwerlicher Weg: Wie ein Android-Update von Google auf der Hardware der Hersteller landet – wenn überhaupt. (Ganzes Schaubild hier: Sony)

Häufig sitzen Android Developer in cross-funktionalen App-Entwicklungs-Teams. Der stete Dialog etwa mit iOS-Entwickler*innen führt oft zu einer gegenseitigen Befruchtung, wird doch oft plattformübergreifend nicht zuletzt auf gleiche Datenbanken im Backend oder eine möglichst einheitliche User-Experience innerhalb der jeweiligen Paradigmen gesetzt. Auch mit Designern, Produkt- und Projektmanagern hat man dabei häufig zu tun. Oft agil am Werk, erobern Sie mit Ihren Entwicklungen die Charts von Google Play. Von der Konzeption nach der Analyse der funktionalen und non-funktionalen Anforderungen über die Entwicklung und Implementierung der Apps – als Android Developer ist man vorn mit dabei. Dabei ist aufgrund des im Plattformvergleich sehr stark fragmentierten Hardwaremarktes gerade ein genaues Anforderungs-Management besonders wichtig. Von Low Budget Einstiegs-Geräten über High-End-Smartphones mit den neusten Einchipsystemen, Connected-Car-Hardware bis zu smarten Kühlschränken – hier ist alles möglich. Und da lohnt es sich naturgemäß, die plattformspezifischen Anforderungen zu kennen. Ist man dann so weit, legt man das angepeilte minimale API-Level fest – welche Android-Version muss ein Client mindestens vorweisen, wenn er die App nutzen will? – und holt anschließend mit viel Optimierung das beste aus der angepeilten Hardware heraus. Mit gewissenhafter Pflege und der Entwicklung neuer Features bleibt man schließlich vorne mit dabei. Damit sich das alles ansprechend und intuitiv bedient, redet man auch bei Interaktionskonzepten und UI-Design mit (am besten immer mit Blick auf Googles Richtlinien) und schafft performante Schnittstellen. Bei alldem funktioniert die Android-Entwicklung normalerweise am besten im interdisziplinären Team, sind die Schnittmengen zu den anderen Bereichen ja durchaus signifikant. Diese Befruchtung kann man je nach Level als Android Developer noch steigern, in dem man benachbarte Kollegen zu wichtigen Android-Fragen coacht.

Welche Techs sind im Android-Umfeld gefragt?

  • Android verschiedener SDK-Level, aktuell bis Android 9.0 Pie
  • ganz wichtig: Java, bei hybriden Apps durchaus auch einmal JavaScript
  • je nach Produkt und Unternehmen verschiedene Datenbanken, (No)SQL
  • Entwicklungsumgebungen, allen voran Android Studio, sonst z.B. Eclipse, PhoneGap
  • Android SDK, Corona SDK, JUnit
  • perspektivisch gewinnt noch Kotlin an Bedeutung

Wie immer gilt: Entwickeln ohne Entwicklungsumgebung ist alles andere als IDEal. Glücklicherweise gibt es davon einige, die Android Devs das Leben erleichtern. Ganz vorn steht natürlich Googles eigene Lösung, Android Studio. Diese basiert auf IntelliJ IDEA, das auch für sich genommen noch eine viel genutzte IDE für Android darstellt – neben Eclipse, Cordova, PhoneGap, NetBeans und weiteren. Datenbankseitig begegnen einem in Android-Jobs oft alle Verdächtigen, die auch in der sonstigen Web-Entwicklung für die jeweiligen Unternehmen im Einsatz sind – kein Wunder, werden ja oft einfach die gleichen Dienste mit anderen App-Frontends versehen. Das kann von konservativ relational bis zur Cutting Edge auf Seiten NoSQLs alles umfassen. Werkt man als Android Developer an hybriden Apps, die plattformunabhängig lauffähig sind, können zudem für die Frontendentwicklung typische Techs wie JavaScript, HTML und CSS zum Einsatz kommen. Dann ist die App im Grunde nur ein WebView-basiertes Browserfenster , das eine klassische Web-App enthält.

Technologien

  • Java
  • Android Studio
  • JavaScript bei hybriden Apps
  • andere IDEs (u. a. Eclipse)
  • Android SDK
  • (My)SQL, noSQL

Häufig verwendete Tools

  • Git, SVN
  • Jenkins
  • Jira, Confluence
  • fürs Testing etwa Robotium, Appium etc.

Tools und Methoden, die man sonst noch kennen sollte

  • Versionierungstools wie SVN oder Git
  • Jira, Confluence, Jenkins u.Ä.
  • agile Entwicklung (Scrum, Kanban)
  • Testing-Tools (Appium, Robotium u.a.)
  • Continuous Integration
  • UX-Design
  • Mobile Design

Einfach darauf los zu coden ist abseits hobbymäßiger App-Entwicklungen auch für Android Developer eher ungewöhnlich – denn auf die Methoden, und damit auch die Methodenkenntnisse, kommt es an. Im Java-Umfeld kommt man um OOP-Paradigmen kaum umher und gerade im schnelllebigen App-Umfeld sind zeitkritische Deployment-Konzepte das A und O. Dazu zählen alte Bekannte aus dem DevOps-Umfeld wie Continuous Integration, Deployment und Delivery. Die oft interdisziplinäre Teamstruktur der Plattform-Entwicklung sorgt zudem naturgemäß gesteigertes Maß an agiler Projektorganisation. Mit erster Erfahrung in Scrum und Kanban ist man dort schnell im Boot und kann stolz erste Inkremente präsentieren. Auch in diesem Feld ist es nicht unüblich, langfristig größere Produktverantwortung zu übernehmen, je nach Kenntnisstand ist auch ein Wechsel auf andere Plattformen nicht unüblich. In dem Low-Power-High-Efficiency-Umfeld von Android und Co. stehen zudem die Chancen gut, dass man in Richtung von Pionierthemen wie IoT, Connected Car und Smart Home vorstößt. Und auch sonst gilt es oft, neue Gebiete zu erforschen, steht die Android-Versionsgeschichte rund um sündhafte Süßigkeiten doch nie länger als ein paar Monate still.

Methoden

  • Scrum, Kanban
  • Monitoring
  • (automatisierte) Tests
  • Code Reviews
  • Performance-Optimierung
  • QA

Konzepte

  • native Entwicklung
  • hybride Entwicklung
  • OOP
  • Continuous Integration, Continuous Delivery

Was sollte man sonst so mitbringen?

  • gern gesehen: Studium oder Ausbildung im Bereich Informatik
  • natürlich von Vorteil: erfolgreiche Play Store Releases
  • mehrere Jahre Erfahrung für Senior-Positionen

Das Gute an einer derart verbreiteten Plattform wie Android, dazu noch mit vielen offenen Standards: Man kann im Grunde von zuhause aus sofort loslegen. Daher kommt es bei der Berufswahl weniger auf “harte” Anforderungen wie Studium, Ausbildung und Co. an, als vielmehr auch auf nachweisbares Engagement etwa in der Android-Community, zum Beispiel über eigene Projekte im Play Store, bei F-Droid oder auf XDA. Denn damit kann man zeigen, dass man nicht nur fleißig Herzblut in die Plattform steckt, sondern auch seine Programmierkenntnisse veranschaulichen. Dennoch ist klar: Gegen einschlägige Berufserfahrung ist nie etwas einzuwenden. In Richtung Senior-Level sind Privatprojekte für Android Devs natürlich eher ungeeignet, dafür schadet es nicht, bereits einige Jahre und App-Erfolgsgeschichten in petto zu haben. Auch Quereinsteiger aus dem klassischen Java-Umfeld haben hier gute Chancen. Den programmiersprachlichen Kern bringen diese bereits mit, in die Anforderungen und Entwicklungseigenheiten von Android dagegen kann man sich aufgrund der umfassenden Dokumentation je nach Eifer verhältnismäßig schnell einlernen. Auf Softskillseite ist für Android die sonst eher phrasenhaft benutzte “Out of the Box”-Denke durchaus als vorteilhaft zu nennen, denn unter Android führen nicht selten viele Wege ans Ziel. Und damit das auch strukturell gefördert wird, sind Teamplay und Agilität á la Scrum und Kanban oft das A und O – Vorwissen gern gesehen. Durch die oft hohe Interdisziplinarität ist zudem auch eine Talent für klare Kommunikation von hoher Bedeutung, um auf den Punkt auch an diversen Schnittstellen vermitteln zu können.

Darf’s ein bisschen mehr sein? – Der volle Stack und iOS.

  • Erstellung dynamischer Frontends auch für Webseiten
  • Responsive Design
  • Erstellung von User Interfaces, UX-Kenntnisse
  • Entwicklungen für IoT, Connected Car, Big Data
  • Architektur und Datenmodellierung

Android ist Ihnen nicht genug? Dann kann man als Android Developer seine Fühler auch noch in diverse andere Bereiche strecken. Kennt man sich mit Swift aus, warum nicht einen Blick in Richtung iOS werfen? Frontends sind mehr nach Ihrem Gusto: Dann ab in die hybride App- oder gleich Webentwicklung. Und je nach Unternehmen grenzt die App-Entwicklung auch an Felder wie Big Data, Internet of Things und Connected Car. Dort kann man sich in wahren Zukunftsfeldern austoben. Ansonsten hat man als Android Developer durch den direkten Kontakt zu Googles Release-Politik und der Anbindung an den Play Store auch gewisse Schnittmengen zum Release-Management und DevOps-Ansätzen. Je nach Unternehmen kommen zudem auch der Open-Source-Gedanke und das Community-Engagement nicht zu kurz, Android lebt seit jeher von der Offenheit seiner Plattform.

Diagramm: Verbreitung der Android-Versionen, Stand 2018

Ein Pie-Chart ohne Pie: Der fragmentierte Hardware-Markt und Hersteller-spezifische Android-Anpassungen sorgen für eine langsame Marktdurchdringung neuer Versionen. Daten von Google.

Wissenswertes zu Android

Im Smartphone-Bereich ist Android international mit etwa 80 % Marktanteil uneinholbar weit vorn. Je nach Markt sieht das Ganze auch einmal anders aus – etwa in den USA –, dennoch ist Android omnipräsent. Die auf dem Linux-Kernel basierende freie Software hat Google dabei schon weit über 30 Mrd. USD Umsatz beschert. Mittlerweile widmet man sich mit derivativen Projekten wie Android Wear (Smartwatches, Fitnesstracker), Android Auto, Android Things und Android TV auch einer breiten Range von neuer Hardware. Digitalkameras als Androids “Ur-Plattform” vor dessen Übernahme durch Google sind dagegen kaum noch in dem Zusammenhang zu finden. Abseits der Software ist Google auch im Design eigener Hardware für die Plattform unterwegs und brachte somit zusammen mit diversen Fertigungskooperationen mit Konzernen wie Samsung, Huawei und LG erst die Nexus- und schließlich die aktuell fortgeführte Pixel-Reihe auf den Markt, um die Vision eines “reinen” Android und diverse Software-Pionierleistungen ungefiltert auf den Markt zu bringen. Letzteres Konzept bietet man nun wiederum im Projekt “Android One” auch als Exportschlager an: Vanilla Android plus lange Updates minus Bloatware als neue Erfolgsgleichung in der Smartphone-Mittelklasse. All das zeigt: Steckt man seinen entwicklerischen Zeh bei Android ins Wasser erwartet einen vieles – nur keine Eintönigkeit.

Wissenswert

  • weltweiter Marktanteil pendelt sich um 80 % ein
  • das erste Android-Smartphone: HTC Dream von 2008

Tech-Trends

*Top-Trends in der Android-Welt: KI, Kotlin als neue Programmiersprache und Project Treble

Und was verdient man als Android Developer?

Durch das innerhalb der App-Entwicklung recht klar umrissene Feld ist die Gehaltsrange für reine Android-Entwickler*innen nicht so beachtlich, wie bei manch anderen Jobs in der IT. Dennoch kann sie sich sehen lassen: Fähige Einsteiger, die schon den ein oder anderen Hobby-Release auf dem Kerbholz haben, müssen sich kaum für unter 40.000 € verkaufen. Nach oben hin kann man mit massig Erfahrung, Tausenden Downloads im Play Store und auch interdisziplinärem Wissen durchaus schon einmal bis 70.000 € oder 80.000 € verdienen. Das Gute an der Java-Basis in der Android-Entwicklung: Auch der Ausstieg von der Plattform fällt meist leicht, denn Java ist gefragter denn je. Gerade im Konzernumfeld der Großstädte wird händeringend nach Profis gesucht. Auf iOS-Seite etwa sieht das mit der fallspezifischen Sprache Swift ganz anders aus. Unabhängig von Geld und Perspektiven gilt: Das Drumherum zählt zur langfristigen Zufriedenheit mindestens genauso viel. Das umfasst menschliche Aspekte wie den Cultural und Team Fit, aber auch “harte” Benefits, wie Urlaubstage, Home Office, Dresscode und zeitliche Flexibilität. Auch Gesundheitsangebote und Pausen-Zerstreuungen, etwa Massagen, Kicker und Co., sind dabei wie eh und je viel wert.

Verdienst

  • ~40.000 € (Juniors)
  • um 60.000 € (Pros)
  • bis 80.000 € (absolute Seniors)
  • allein mit Java: Ende offen bei top Kenntnissen

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