Berufsbild UX Designer*in

UX sells.

UX-Designer*innen (alternativ: UX Engineers) sorgen für die optimale Nutzererfahrung, indem sie Produkte aus Usersicht analysieren und auf ihre Funktion und Usability hin optimieren. Zu ihren vielfältigen Aufgaben zählt die Durchführung umfassender User Studies, die darauf aufbauende Entwicklung von UX-Strategien sowie deren Visualisierung in Form von Wireframes, Protoypen, Mock-ups und Flowcharts.

Typische Aufgaben als UX-Designer*in

  • Entwicklung von UX-Strategien und UX-Designs
  • Durchführung von User Studies (auch User Research)
  • Konzeption von Nutzerführung, Interaktionsdesign und Informationsarchitektur
  • Nachzeichnen von User Szenarien, User Journeys und User Flows
  • Visualisierung von Ideen mit Hilfe von Wireframes, Prototypen, Mock-ups und Flowcharts
  • Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Usability Tests und Datenflussanalysen zur Überprüfung der eigenen Konzepte
Usability Bausteine
Anforderungen an die optimale UX. Grafik: Bylle Bauer.

UX-Designer*innen beherrschen die hohe Kunst, die User zu verstehen. Die kommt natürlich nicht von ungefähr, sondern durch ausgedehnte und zielgerichtete User Studies, die typische Nutzerszenarien, Journeys und Flows nachgezeichnen, um die beste User Experience (zu dt.: Nutzererlebnis) zu erreichen. “Die beste UX” misst sich dabei an der Usability, also der angenehmen und sinnvoll erscheinenden Bedienbarkeit einer Anwendung. Und für diese wiederum sind ein paar Faktoren entscheidend: Eine Anwendung muss leicht zu verstehen und logisch zu bedienen sein. Sie muss die Erwartungen der Nutzer erfüllen und in sich zusammenhängen.

Barrierefreiheit ist nicht nur für SEO wichtig, sondern gehört inzwischen einfach zum guten Ton. Natürlich sollte die Performance einer Anwendung ebenfalls keine Wünsche offen lassen. Die Bedürfnisse des Users haben dabei nicht nur mit dem praktischen Nutzen der Anwendung zu tun, ein Teil der Wahrnehmung spielt sich auf den Metaebenen des Denkens und Fühlens ab. Eine Anwendung sollte daher nicht nur nützlich sein, sondern auch wertvoll und authentisch wirken und eine Antwort auf alle Fragen und Nöte des Users zum spezifischen Thema darstellen. Um die Nutzerwünsche derart umfassend zu erfüllen, sind UX-Teams unablässig auf der Suche nach der optimalen Lösung für die individuelle Anwendung und deren Zielgruppe.

Welche Methoden und Tools sind beim UX-Design gefragt?

  • sicherer Umgang mit Anforderungen sowie User Stories/Epics
  • Erfahrung mit gängigen Wireframing- und Prototyping-Tools wie Origami, Axure und Balsamiq
  • Research- und Testing-Tools wie Optimizely, Usabilla, UX Recorder, Verify App
  • tiefgehendes Know-how in gängigen Designpatterns
  • sehr gute Kenntnisse der Adobe Creative Suite (insbesondere Photoshop und Illustrator) oder vergleichbarer Tools
UX Bausteine
Die UX-Wabe nach Peter Morville. Grafik: Bylle Bauer.

Zentral für die Gestaltung feinster Nutzererlebnisse ist das Verständnis für die Anforderungen an das Produkt, sei es eine Anwendung, eine Website et cetera. Gerade im agilen Umfeld werden diese häufig in Form von User Stories oder Epics festgehalten. Die Erfahrung des Nutzers als Geschichte zu begreifen, ist in der UX-Gestaltung eine gängige Methode. Dies hilft immens, den gesamten Kontakt des Nutzers mit dem Produkt aktiv zu gestalten und hierfür ein ganzheitliches Konzept zu entwerfen. Ein solches Konzept wird häufig User Journey genannt. Auch durch User Flows kann man sich den Weg, den die Nutzer durch ihre Klicks gehen sollen, vor Augen führen. Für die Visualisierung fortgeschrittener UX-Konzepte sind Tools wie Axure, Balsamiq oder Origami ausgesprochen nützlich, also sollte zumindest eines davon sicher beherrscht werden. Aus der Adobe Creative Suite spielen vor allem die Programme Photoshop und Illustrator eine Rolle für UX-Designer*innen. So baut man dann die Mock-ups, Wireframes sowie Prototypes. Auch mit gängigen UI-Designpatterns sollten UX-Designer*innen etwas anfangen können, damit Designlösungen in großen Umgebungen einheitlich gehalten werden. Welcher Webshop braucht schon den x-ten verschiedenen “Bestellen”-Button? Für Routinetätigkeiten muss man ja nicht ständig das Rad neu erfinden – die Kolleg*innen aus UI-Design und Frontend-Entwicklung werden es danken. Eine große Bedeutung kommt bei UX-Design und -Konzeption auch definitiv dem Testing zu. Neben A/B-Tests steht ein großes Instrumentarium an UX-Test-Tools wie Optimizely oder Usabilla zur Verfügung, die man als UX-Designer*in kennen sollte. Dadurch basieren die eigenen Ideen stets auf verlässlichen Daten.

Häufig verwendete Tools

  • Origami, Balsamiq, Axure
  • Usabilla, UX Recorder
  • Verify App, User Testing
  • Adobe Creative Suite (insb. Photoshop u. Illustrator)

Methoden

  • User Studies
  • User Stories, User Journeys, User Flows
  • Wireframes, Prototypen, Mock-ups, Flowcharts
  • Usability Tests, A/B-Testing

Tools und Methoden, die man außerdem kennen sollte

  • Kooperation mit angrenzenden Bereichen wie Produktmanagement und Marketing
  • je nach Position auch Coaching von Kollegen
  • Erfahrung im Umgang mit agilen Methoden nach Lean UX
  • grundlegende Skills in Frontend-Technologien wie JavaScript oder HTML

Um im Spannungsfeld zwischen Vision und Machbarkeit das ideale Nutzererlebnis zu kreieren, ist die enge Zusammenarbeit mit den angrenzenden und involvierten Fachbereichen natürlich das A und O. Absprachen mit Teams aus dem Produktmanagement, Webdesign, Marketing und besonders der Frontend-Entwicklungsabteilung sollten daher regelmäßig und effizient sein. Da verwundert es nicht, dass viele Unternehmen in ihren Stellenanzeigen für UX-Design auch Grundkenntnisse in HTML und JavaScript anfordern. Nicht zuletzt helfen diese Techs auch bei der Erstellung von Wireframes, Mock-ups oder gar Click Dummies. Wo UX-Design eine Rolle spielt, sind heutzutage agile Methoden meist nicht fern. Lean UX ist ein agiles Entwicklungskonzept, das durch interdisziplinäres Teamwork, kurze Produktionszyklen mit Minimum Viable Products (MVPs) und reges Testing zu raschen Erfolgen führt. Wer sich als Bewerber*in damit auskennt, dürfte bei der Jobsuche die Nase vorn haben. Apropos: Um den UX-Nachwuchs heranzuziehen, wird viel Know-how benötigt. Wer über solches verfügt, wird oft zum Coach für seine Kollegen und schult auch fachfremde Unternehmensbereiche in Sachen User Experience.

Frontend-Techs

  • HTML
  • CSS
  • JavaScript

Was sollte man sonst noch so mitbringen?

  • gern gesehen, jedoch häufig nicht zwingend erforderlich: Studium mit Design-Bezug
  • Grundvoraussetzung: gestalterisches Talent, kreativer Mut und ein sehr gutes analytisches Gespür für Nutzerführung
  • ausgeprägtes Tech-Verständnis und Begeisterung für neue Trends
  • gutes Präsentationsgeschick

Ein Design-Studium schadet sicher nicht im CV, ist jedoch oft nicht zwingend erforderlich: Praktische Erfolge zählen mehr als theoretische. Dass Kreativität und ein gewisses künstlerisches Talent ebenso dazugehören wie Analysegeschick, liegt auf der Hand. Um der idealen User Experience auf den Fersen zu bleiben, gehört es für UX-Designer*innen außerdem dazu, sich stets auf dem Laufenden zu halten und die neuesten Entwicklungen in der digitalen Welt mit Begeisterung und dem Blick fürs Nutzbare zu verinnerlichen. Um Stakeholder von seiner Auswahl und Vision zu überzeugen, schadet darüber hinaus eine Prise Präsentationsgeschick nicht.

Wissenswertes zu UX-Design

Oftmals wird UX mit UI (User Interfaces) in einen Topf geworfen. Dabei handelt es sich jedoch um zwei verschiedene Paar Schuhe, wie wir andernorts auführlich erörtert haben. Hier sei nur soviel gesagt: User Interface (UI-) Design deckt die visuellen Aspekte wie Layout, visuelles Design und Branding, ab, während das UX-Design sich vorwiegend mit Funktionalitäten beschäftigt. Hierfür sind neben Research und Testing auch User Stories und Personas von Belang, um eine umfassende Nutzer-Analyse durchführen zu können.

Unterschied UI/UX
Der Unterschied zwischen UX und UI. Grafik: Bylle Bauer.

Aus der User Research resultiert ein tiefes Nutzerverständnis, das UX-Designer*innen dabei hilft, Produkte funktional möglichst genau auf die Zielgruppe zuzuschneiden. Dies geschieht in enger Kooperation mit den Kollegen aus den Fachbereichen, weshalb man sich hier auch Marketingkonzepte wie Personas zunutze macht.

Was verdient man als UX-Designer*in?

Der Job als UX-Designer*in ist gut bezahlt. Das Einstiegsgehalt für Junior*innen kann schon 30 - 40.000 € pro Jahr betragen. Mit mehr Berufserfahrung steigert das Gehalt sich sicher noch um ein bis zwei Zehntausender oder mehr, was natürlich auch vom Unternehmenskontext abhängt.

Verdienst

  • 30-40.000 € (bis 2 Jahre Erfahrung)
  • ca. 55.000 € (Seniors)
  • 60.000 € und aufwärts (sehr erfahren oder mit weiteren Kompetenzen)

Ob E-Commerce-Plattform, App, Firmenwebsite oder Intranet – ohne die richtige Usability läuft nichts. Nur wenn der Nutzer sich schnell und einfach zurechtfindet, wird er Angebote gerne nutzen und weiterempfehlen. Die Prämisse in der digitalen Landschaft heißt daher: Der Nutzer ist König! Im UX-Design eröffnet sich ein spannendes Berufsfeld mit vielfältigen Möglichkeiten. Insbesondere durch die wachsende Anzahl von Devices und durch die sich stetig verändernden digitalen Angebote und Umgebungen im Bereich Web, Gaming oder Mobile warten hier auch auf lange Sicht spannende Aufgaben und neue Herausforderungen.

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