Berufsbild Kampagnen Manager*in

“Neue Kampagne starten” im Marketing-Strategiespiel.

Als Kampagnen Manager*in (oder engl. Campaign Manager) schafft man nachhaltiges Marketing über alle Kanäle, die das Netz zu bieten hat. Mit viel Koordinationstalent führt man die angrenzenden Bereiche Social Media, E-Mail-Marketing und SEA zu zielgenauen B2C- und B2B-Kampagnen. Dabei immer im Fokus: Die Generierung qualifizierter und langfristig treuer Leads. Das konkrete Mikromanagement fällt dabei nicht mehr in die Verantwortlichkeit von Kampagnen Manager*innen, denn deren scharfer Blick richtet sich auf das “große Ganze”. Mit Roadmaps, Ablaufplänen, Performance- und KPI-Messungen sowie -Analysen macht man daraus dann das beste für zukünftige Kampagnen.

Typische Aufgaben als Kampagnen-Manager*in

  • Entwicklung von B2C und/oder B2B Marketing-Kampagnen
  • Management von Implementierung, Tracking und KPI-Analysen der Kampagnen
  • Koordination der zuständigen Marketingabteilungen
  • ROI-Analysen, Einhaltung von Budgets und Deadlines
  • Stakeholder- und Dienstleistermanagement
  • Trendbeobachtung, Benchmarkings, Rückschlüsse für weitere Kampagnen
Schaubild: Bereiche unterm Einfluss des Kampagnen-Managements
Ein bunter Strauß von Abteilungsnachbarn, dem man als Kampagnen-Manager*in begegnet.

Als Kampagnen Manager*in hält man die abteilungsübergreifenden Fäden in der Hand, wenn es um die Entwicklung von B2C und B2B Marketing-Kampagnen geht. Am Anfang steht das Management: Sie überblicken den Markt, wissen, welche Kanäle wie erfolgversprechend sind und implementieren Ihre Ideen in ausgefeilte Kampagnen verschiedenster Stilrichtungen. Je nach Unternehmen kann alles dabei sein – E-Mail-Marketing, SEA, Social Media Advertising, “klassisches” Display Marketing, Viral Marketing, Content Marketing und Retargeting sind nur einige der Möglichkeiten. Kurz: Mama hat Recht: Das Kampagnenmanagement ist wie eine Schachtel Pralinen – hier ist alles drin.

Steht das Konzept, liegt es an Kampagnen-Manager*innen, die Realisierung selbst zu delegieren und die Pläne an die zuständigen Marketingabteilungen weiterzutragen. Das Ziel: Die zuverlässige Generierung qualifizierter Leads. Ob die Maßnahmen den gewünschten Effekt haben, hält man anschließend im Tracking nach. Und auch über die Einhaltung von Budgets und Deadlines ist man sich je nach Level nicht nur im Klaren, sondern setzt sie gleich selbst fest – wenn nicht gerade die Stakeholder am runden Tisch noch etwas dazu zu sagen zu haben.

Wie so oft, geht auch in der Kampagnenplanung je nach Unternehmensgröße wenig ohne externe Dienstleister und Agenturen – deren Management übernimmt man als Kampagnen Manager*in mit strategischem Gesamtüberblick oft gleich mit. Zudem legt man die unternehmenseigenen KPIs an, natürlich auch, um den Return of Investment zu bestimmen, und präsentiert seine Resultate den relevanten Abteilungen. Zusammen mit der Trendbeobachtung und dem Benchmarking von konkurrierenden Kampagnen lassen sich so wichtige Rückschlüsse für weitere Kampagnen ziehen.

Was sollte man fürs Kampagnenmanagement drauf haben?

  • erste professionelle Erfahrung im Marketing
  • Kenntnisse rund ums Digital und CRM Marketing
  • Verantwortungsbewusstsein, Deadlinebewusstsein
  • Blick auf das Big Picture, zielgenaue Beurteilungsgabe, klare Kundenorientierung

Ein abgeschlossenes Studium oder eine ebensolche Ausbildung in Sachen BWL oder Marketing bietet schon einmal ein gute Grundlage für wirtschaftliches Denken und allgemeine dort eingesetzte Methoden. Will man direkt höher ins Kampagnen Management vordringen, nicht zuletzt um der übergreifenden Verantwortung wegen, ist nicht zuletzt jedes Quäntchen professionelle Erfahrung wichtig, das man bekommen kann.

Im Zuge dessen hat man sich am besten umfassendes methodisches und praktisches Wissen rund um das Digital Marketing und Customer Relations Management angeeignet und konnte auch das eigene Verantwortungsbewusstsein bei der Erreichung von KPI- oder zeitlicher Ziele unter Beweis stellen. Das Salz in der Suppe ist allerdings der strategische Überblick: Schlüsse aus vergangenen Entscheidungen zu treffen und einen klaren Blick auf den Status Quo zu haben, ist hier das A und O. Um die eigene Vision handfest auf die Straße zu bringen und Entscheidungen in diesem dynamischen Umfeld souverän zu dokumentieren, kommt man um die Office Suite von Microsoft kaum herum, mit der man Roadmaps, Timelines, Redaktionspläne und vieles weitere erstellt.

Im Marketing wird's bunt
Das Digital Marketing ist ein ebenso weites wie buntes Feld – und das gilt insbesondere auch fürs Kampagnen-Management.

Mit zielgenauer Beurteilungsgabe, kreativen Problemlösungsansätzen und einer starken Kundenorientierung kommt man zudem den Softskill-Anforderungen der meisten potenziellen Arbeitgeber durchaus entgegen. In dem dynamischen Umfeld des Digital Marketings ist zudem eine gewisse Souveränität nie fehl am Platze, um Marktentwicklungen mit Sicherheit zu begegnen. Für die contentbasierte Seite der Tätigkeit ist eine starke Schreibe gefragt, die Stakeholder freuen sich dagegen über Ihre Präsentationsgabe und hohe interpersonelle Kompetenz. Und hat da gerade jemand “Multitasking” gerufen? Als Kampagnen Manager*in hätten Sie das jedenfalls genau gehört. ;-)

Technologien

  • CMS á la Wordpress

Häufig verwendete Tools

  • Grundlagenwissen zu relevanten Kanälen
  • also etwa MailChimp fürs E-Mail-Marketing
  • Adwords für SEA
  • diverse Social Media Plattformen
  • MS Office, insb. Excel

Tools und Methoden, die man sonst noch kennen sollte

  • MS Office, besonders Excel
  • Kosten-Nutzen-Analysen, Budgetplanung
  • Performancetracking, KPI-Auswertung, Reports
  • Stakeholder Meetings, Präsentationen
  • Wettbewerbsbeobachtung, Benchmarks

Im Gegensatz zu festen methodischen Gerüsten wie in der Software-Entwicklung oder dem Projektmanagement gibt es im Kampagnenmanagement oft keinen klar erwartbaren Überbau. Dennoch schwappt etwa der Umbruch zur Agilität auch aus anderen Unternehmensbereichen oft ins Marketing hinüber – schon mal etwas von Scrum oder Kanban gehört zu haben, ist also auch hier keine schlechte Sache. Für die Planung von Budgets und Deadlines, aber auch die abschließende Auswertung des Erfolgs, gerade durch KPIs, ist zudem eine sehr analytische Herangehensweise von Nutzen – Was hat man in der letzten Kampagne erreicht, und was kann man realistischerweise von der nächsten erwarten? Ein Blick auf die Fürs und Widers verschiedener Kanäle ist dabei für Kosten-Nutzen-Analysen und Risk Assessments entscheidend.

Zahnräder als Illustration zur Marketing-Automatisierung
Auch im Kampagnen-Management spielt Automatisierung eine große Rolle. Salesforce und Oracle sind auch hier erfolgreich unterwegs.

Auch Automatisierung und Prozesseffizienz spielen beim Kampagnenmanagement eine große Rolle, ein guter Überblick über die Tool-Landschaft ist also immer gefragt, wenn man möglichst breit gefächerte Kampagnen von zentraler Stelle aus leiten möchte. AdCheck, Wishpool, Mailchimp, CASA und Co. winken bei dem Thema fröhlich von der Seitenlinie zu. Weiterhin ist für eine/n Kampagnen Manager*in auch ein guter Marktüberblick für Benchmarkanalysen entscheidend: Auf welchen Kanälen sind Konkurrenten aktuell aktiv – und wie? Lauert dort noch Potenzial? Wo ist es aktuell so ruhig, dass man dort mit eigenen Kampagnen direkt günstig im Rampenlicht stünde? Als Kampagnen Manager*in ist man solchen Fragen auf der Spur.

Methoden und Konzepte

  • Stakeholdermanagement
  • Budget- und Deadline-Planung
  • Kosten-Nutzen-Analyse
  • Risk Assessment
  • KPI und Performance-Tracking
  • Benchmarking

Wo es sonst noch hingehen könnte

  • es geht immer noch größer: Online Marketing Manager
  • umgekehrt: auch “klare” Spezialisierungen möglich

Im Kampagnenmanagement steht man gewissermaßen karrieretechnisch am Scheideweg: Einerseits verfügt man über strategischen Überblick über verschiedene Abteilungen und Kanäle, hat die Makroperspektive bereits verinnerlicht und kann dadurch auch weitreichende Transferleistung abseits reiner Kampagnenplanung auf die Straße bringen. Will heißen: Mit dem richtigen Mix aus Berufserfahrung und Kampagnenerfolg steht auch – natürlich ganz nach Unternehmen – einem Weg in Richtung “Head of Marketing” oder generellem Online Marketing Management nichts im Weg. Umgekehrt kann man als Kampagnen Manager*in auch einen fachlichen Deep Dive in jeder der Kanalgruppen wagen, mit der man schon Management-Erfahrung gesammelt hat. Sie wollen voll ins CRM einsteigen, selbst kanalspezifischen Content erstellen und hautnah die Früchte Ihrer Umsetzung ernten? Dann wechseln Sie einfach in eine der Untergruppen und werden fachlicher Fackelträger fürs SEA, Social Media Marketing oder E-Mail- und Affiliate-Programme. Aber auch mit weiterer technischer Tiefe können Sie hier noch einiges machen, etwa mit Big-Data-Kenntnissen in Richtung Data-Driven-Marketing oder gar Business Intelligence. Kurzum: In Sachen Marketing stehen hier wirklich viele Wege offen.

Perspektiven

  • E-Mail-Marketing
  • Social Media Marketing
  • SEA
  • Head of Marketing

Und was verdient man als Kampagnen-Manager*in?

Nicht nur durch seine technische Nähe zur IT, auch durch die hohe Gesamtverantwortung für die Enterprise-Marketing-Landschaft, ist im Kampagnen-Management eine durchaus ansehnliche Gehaltsspannweite heimisch. Juniors steigen mit “normalen” Marketing-Gehältern zwischen 30 und 40.000 € ein – zumeist in eine der Mikroebenen, sprich: SEA, Affiliate, Social Media – und sammeln dort ihre erste Erfahrung. Hat man dann einige Jahre beisammen und kann dem eigenen Portfolio erfolgreiche Kampagnen hinzufügen, geht es für Seniors in Richtung der 60.000 €. Kommt dann noch Führungserfahrung hinzu – oder, man ist ein wirkliches Urgestein mit zweistelliger Erfahrung – steht auch einer Acht als erster Ziffer nichts im Weg. Realistischerweise muss man dafür als Kampagnen-Manager*in aber auch Konzernluft schnuppern.

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Vom Kampagnen-Management geht's in beide Richtungen: Vertikaler in bestimmte Spezialisierungen, oder breiter mit mehr Verantwortung.

Je größer und “hipper” das regionale Umfeld, desto größer natürlich Angebot und Nachfrage nach versierten Kampagnen-Manager*innen. Das bedeutet: Mehr Konkurrenz und gefragtere Positionen – aber auch ein größerer Markt für Kandidaten und damit potenziell mehr Netto am Ende des Jahres. Berlin, München, Köln, Hamburg – hier steppt der Kampagnen-Bär. Aber auch Hidden Champions abseits der Millionenstädte sind nicht ohne gutes Marketing an ihren Platz in der Hackordnung gekommen – und brauchen daher natürlich oft frisches Blut im Kampagnen-Management. “Frisches Blut” ist ohnehin ein gutes Stichwort: Kaum ein Markt verfügt über so kurzlebige Trends, wie das Digital Marketing, delegierungsfreudige Organisationstalente mit viel Trendbewusstsein und Herzblut finden daher eigentlich in jeder Gehaltsrange etwas.

Verdienst

  • ~35.000 bis 40.000 € für Juniors / Quereinsteiger
  • bis 60.000 € (Seniors)
  • bis 80.000 € (Großunternehmen und Leads)

Die oft dynamischen, “hippen” und modernen Umfelder, die die Profession für sich bereit hält, bedingt übrigens nicht nur oft einen ebensolchen Cultural Fit, sondern auch wenig ausgetretene Benefit-Pfade. Da begegnen einem im Büro zwischen den ganzen Hängematten durchaus auch einmal City-Roller und Hunde – wenn man nicht gerade sowieso zuhause von extensiven Home-Office-Regelungen profitiert.