Irgendwo mitten im Internet

Warum ich von Amazon so begeistert bin – Vortrag von Werner Vogels (CTO)

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Werner Vogels: Amazon and the Lean Cloud from HackFwd on Vimeo.

Für meine Begeisterung über Amazon gibt es viele Gründe. Den Versuch, “the world´s most customer-centric company” zu sein, finde ich faszinierend. Und meine persönliche Erfahrung als Versandhandels-Endkunde war bisher sehr gut. Dazu gehören natürlich viele unterschiedliche Wertschöpfungsstufen wie Einkauf, Logistik etc. aber natürlich auch die Technologie. Zumal “Technologie” ein zentrales Produkt ist.

Gerade habe ich ein faszinierendes Video eines Vortrags von Werner Vogels, dem CTO von Amazon gesehen. Er hat ihn auf einem Hack Fwd Build Event in Berlin gehalten. Er zeigt, wie sehr IT der Treiber für Amazon ist und wie die Herausforderungen für Amazon selber zu Produkten wie Amazon Web Services geführt haben.

“Why did Jeff start Amazon; why did he start a book shop? There were things that you could do with books that you couldn’t do anywhere else. A really, really large book shop may have 40 to 50 thousand titles in stock…It’s a pure technology play”

“Amazon is a technology company. We just happen to do retail.”

Um 2001 herum stellte Amazon für sich fest, dass die reine Orientierung an einer “skalierbaren” Plattform im Sinne von möglichst schnellem Wachstum nicht ausreichend war, da sich die funktionale Entwicklung aufgrund der gewählten Architektur stark verlangsamt hatte. Sehr frühzeitig hat Amazon dann auf eine serviceorientierte Architektur gesetzt. Heute besteht eine einzige Seite wie etwa die Homepage aus 200 bis 300 Services, die aufgerufen werden. Das derzeitige Design erlaubt eine extreme Beschleunigung vom Konzept zur Umsetzung – in etwa 10-15 Tagen gehen neue Services und für den Kunden spürbare Funktionen live.

Zur Entlastung der Entwickler-Teams von Operations-Aufgaben entwickelten sich die “Cloud Services” (Amazon Web Services), die heute nicht nur intern, sondern auch extern zur Verfügung gestellt werden. Folgende Prinzipien waren dabei leitend:

  • Design for Flexibility
  • Design for On-Demand
  • Design for Automation
  • Be elastic
  • Design for Failure
  • Design for Utility Pricing

Aus meiner Sicht einziger Nachteil: Sofern man nicht extreme Flexibilität im Hinblick auf die Last, unterschiedliche Betriebssysteme etc. benötigt, ist Amazon Amazon Web Services wie EC2 leider ein (sehr) teurer Service, der nach meiner Erfahrung oftmals preiswerter durch virtuelle Server bei “klassischen” Hosting-Anbietern ersetzt werden kann.

Update:

Heute hat Oracle sein Konzept der “Public Cloud” vorgestellt: http://tcrn.ch/r7sJqf

Damit ist ein weiterer Wettbewerber im Markt, der im Bereich der hochverfügbaren und hochelastischen Cloud Services in direkter Konkurrenz zu Amazon steht. Wenngleich ich nicht allzu viele Sympathien für Oracle hege, wird der Preisdruck in den nächsten Monaten auch für Amazon noch deutlich spürbarer werden.