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No SDK required? Von wegen! Das iOS-SDK wird 10 Jahre alt.

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Vor 10 Jahren veröffentlichte Apple das erste Software-Development-Kit für sein mobiles Betriebssystem. Apples App-Store wurde dank Apps von Drittanbietern eine herausragende Erfolgsgeschichte. Doch eigentlich waren native Apps für das iPhone von Apple nie vorgesehen.

 Aufnahme eines iOS-Hommescreens
Millionen von nativen Apps machen den App-Store heute zur Goldgrube. (Quelle: pixabay, bearbeitet von Jörg Kitz)

Am 06. März 2008, fast ein Jahr nach dem ersten iPhone, veröffentlichte Apple das erste Software-Development-Kit für sein damals noch junges mobiles Betriebssystem. Seit diesem Tag können Entwickler in aller Welt Anwendungen für iOS bauen, um die User von iPhones (und iPads) mit feinster App-Kost zu erfreuen. Erhältlich waren diese dann ab Juli 2008, als Apple der Welt mit dem iPhone 3G und iOS 2 auch den App-Store präsentierte. Das Unternehmen pries damals stolz die “über 500 nativen Anwendungen” im App-Store. Zum Vergleich: 2017 wurde hier längst die 2.000.000-Marke geknackt.

Dabei hätte es den App-Store nach den Plänen von Apple und Steve Jobs nie geben sollen. Obwohl er aus den eigenen Reihen gedrängt worden sein soll, das Potential nativer Apps anzuerkennen, hatte Jobs wohl starke Bedenken gegen Apps von Drittanbietern. Vor allem soll er befürchtet haben, sein Team könne nicht über genügend Ressourcen verfügen, um sich der komplexen Aufgabe zu stellen, Third-Party-Apps zu überwachen und zu kontrollieren.

Steve Jobs 2007: “No SDK required”

Alt-Tag: Steve Jobs spricht auf der WWDC 2007
Steve Jobs auf der WWDC '07: “No SDK required” (Quelle: Acaben, Wiki Commons)

Auf der WWDC '07 hielt Jobs eine Präsentation, in der er den versammelten Entwicklern erklärte, um Apps für das iPhone zu entwickeln, müssten sie Web-Anwendungen für Safari bauen. Diese hätten demnach exakt wie Apple-Dienste aussehen und agieren sollen. “No SDK required” prangte groß über Jobs auf der Videowall und dies wurde der Entwickler-Community als Benefit präsentiert. “So developers, we think we've got a very sweet story for you. You can begin building your iPhone apps today”, waren seine abschließenden Worte.

So süß fand die Entwicklergemeinde die Geschichte allerdings nicht, die Apple ihnen auftischte. Die angepriesenen Web-Apps hatten ihre Grenzen was Performance und Funktionalität anging und frustrierten darum ihre Entwickler. Nach Gegenwind aus der Community und zahlreichen Jailbreaks änderte Apple schließlich seinen Kurs um 180° und revolutionierte damit den digitalen Markt.

Apples App-Store: Goldgrube mit Milliardenumsätzen

Heute ist Apples App-Store längst eine Erfolgsgeschichte sondergleichen: Etwa 11 Milliarden Dollar Umsatz soll Apple allein 2017 mit seiner “Goldgrube” gemacht haben. Auf diese feste Größe in der Konzernbilanz möchte man in Cupertino sicherlich nicht mehr verzichten. Seit es heißt: “There’s an app for that”, entwickelten hunderttausende Entwickler Millionen von Apps, die milliardenfach heruntergeladen wurden.

Apple liefert sich seither ein heißes Duell mit Google um die Marktführerschaft. Aber egal, ob man als Dev iOS oder Android bevorzugt, liefert der 06. März eine gute Gelegenheit, um auf die Anfänge des Geschäfts mit den Apps zurückzublicken. Eine Geschichte, die nach den Vorstellungen wichtiger Protagonisten ganz anders hätte kommen sollen.