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Neuland im Zuhause: Der Lockdown und wir.

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Homeoffice, here we go! Am Ende von Woche 2 haben die Kolleg*innen sich weitgehend mit der situationsbedingten Vermischung von Arbeits- und Lebenswelt arrangiert. Wie wir Heimarbeit, Physical Distancing und den täglichen Zeitgewinn von mindestens zwei Stunden trotz Tücken schultern und was wir dabei alles lernen.

Märzkalender mit Homeoffice ab dem 16.03.2020
Neue Zeiten, neue Sitten. Eigene Grafik.

Die Wohnung: Make your Home your Castle again!

frisch gestrichene Wand mit Malerbedarf
Nach unseren Büros bekommen jetzt auch unsere eigenen vier Wände einen neuen Anstrich. Pixabay.

Plötzlich ist das Zuhause 24/7 der Lebensmittelpunkt. Da erscheint es vielen von uns in ganz anderem Licht – wenn das nachmittags ungünstig einfällt, sieht man direkt, was nach der Arbeit ansteht. Entsprechend strahlen viele Domizile in neuem Glanz. Meine Wenigkeit zum Beispiel hat bereits drei Zimmer renoviert, denn ein wenig körperliche Ertüchtigung nach getaner Arbeit muss ja schließlich sein, wo man sich neuerdings so selten bewegt. Die Bude dankt!

Ertüchtigung: Wie viel Selbstdiziplin ist übrig?

In Sachen sportliche Ertüchtigung spaltet sich die TEMPTON Next-Level-Welt in zwei Lager. Die einen sind “früher” mit dem Rad zur Arbeit gefahren oder auf dem Rückweg nochmal eben ins Fitnessstudio eingekehrt. Was nun wegfällt – und damit die Bewegung. Die anderen finden, wie etwa Danica:

Seit den Extrastunden gibt es keine Ausreden mehr, um keinen Sport zu treiben.

So joggt Danica in der Mittagspause diszipliniert am fast menschenleeren Rheinufer entlang – und tankt damit Kraft für den zweiten Aufschwung des Homeoffice-Tages. Bei derart ambitionierten Berichten ist es gut, dass das Erröten der halben Belegschaft auf dem Bildschirm nicht auffällt. Wer weiß, wie anders wir alle aussehen werden, wenn wir uns wieder begegnen!

Danica Delfs am Remote-Arbeitsplatz
Unsere Danica von der Fraktion "diszipliniert": Auch nach zwei Wochen dreht sie neben der Arbeit fast täglich eine anständige Runde am Rhein. Foto: D. Delfs.

Kleidung: Endlich überbewertet

Auch wenn wir bei TEMPTON Next Level nicht im Anzug rumlaufen: Ein wenig zurecht machen gehört dazu, bevor man das Haus verlässt. Auf dem Bildschirm, in einem von vielen Fenstern, sind Löcher, Flecken und Flicken längst nicht so gut sichtbar wie live. Hallo, oller zerfetzter Lieblingspulli, lang nicht gesehen!

Corgiwelpe Gizmo bei seinem Menschen.
Gizmo ganz TNL-konform in Jogginghose und Socken. Foto: Sabine Pütz.

Im Homeoffice kann ich auch endlich mal meine zu kleinen Jeans auftragen!

witzelt André. Unterm Tisch die Jogginghose, keine Schuhe… es fühlt sich immer noch seltsam an, aber nicht mehr so wie am Anfang. Bequem ist’s allemal. Neu kaufen können wir nur online, aber wofür, wenn wir sowieso nirgendwo hingehen? Stay at home and read a book, they say. Also gut.

Bildung statt Einbildung!

James Joyce Ulysses auf Fensterbank in der Sonne.
Was einst als Ulyssyphusarbeit erschien, rückt nun in den Bereich des Möglichen, so wie Joyce’ krassestes Werk zu beenden bei Thomas. Foto: T. Lassner.

Thomas ist wieder drin. Er hätte nie über die Lippen gebracht, dass er aufgibt, aber wirklich für möglich gehalten hatte er’s auch nicht mehr. Und plötzlich spürt er ihn wieder, den Sog, der beim Lesen guter Bücher entsteht. Und das nicht bei irgendeinem Schmöker – Thomas bezwingt derzeit endlich “Ulysses” von James Joyce, und aus der Nemesis wird Katharsis. Nebenbei gewinnt ohne all die Pendelei seine Doktorarbeit in letzter Zeit gut an Speck. Auch Marcus hat die Arbeiten an seiner Promotion wieder aufgenommen. Jörg geht es da derzeit noch ein klein wenig gelassener an:

In jeder Frühstückspause läuft die Sendung mit der Maus. Weiterbildung: Check!

Thomas Lassners Arbeitsplatz für die Doktorarbeit in Philosophie.
Thomas und Marcus machen den Doktor, Axel, Ben, André und Bylle die Lehrer. Foto: T. Lassner.

Die Eltern unter uns haben jetzt einen Nebenjob: Nicht nur Homeoffice, sondern auch Homeschooling ist angesagt. Hier haben sich zwei einfache Faustregeln bewahrheitet: je höher die Klasse, desto größer der Lernaufwand (fürs Elternteil), je niedriger, desto mehr Betreuung und Anleitung (durchs Elternteil) steht an. Wer hätte gedacht, jemals wieder das Geodreieck zu schwingen, Noten zu lesen oder eine Frottagearbeit im Stil von Max Ernst anzufertigen? Respekt also für alle Lehrer*innen – auch wenn die digitale Fitness vieler Schulen ein ganz schönes Trauerspiel ist. Andrés Tochter hat es gut: ihre Grundschule bewegt sich im virtuellen Klassenzimmer schon recht sicher. Mit jüngerem Nachwuchs kommen wir in den Genuss des Erzieher*innenalltags. Und der ist schön, aber kann gaaanz schön lang sein.

Massive Shoutout an alle Pädagog*innen out there!

Teamwork: Hoch 2.

Wider Erwarten läufts mit der Arbeit wie geschmiert, und damit meinen wir nicht nur die Prozesse, sondern das virtuelle Miteinander: Die Zwischentöne bei unserer Kommunikation auf slack und im Videochat sind auffallend angenehm. Wir muntern einander auf, spaßen, hören zu, kooperieren eng und gehen irgendwie noch netter und behutsamer miteinander um als sonst. Gemeinsam stehen wir das durch, das ist uns allen klar. Und jetzt, wo wir in ihren Schuhen stecken, verstehen wir noch besser, wie wichtig gerade für unsere Remoteler Kommunikation ist. Dieses Learning wird in der Zeit danach nicht in Vergessenheit geraten, Simone und Jean Sebastian!

Screenshot von Videomeeting bei TEMPTON Next Level.
Redaktionskonferenz mit Katze: Auch für Spaß bleibt virtueller Raum in unseren Videomeetings. Screenshot.

Klar, die Nebenschauplätze des Büroalltags fehlen uns, das Kickern genauso wie das neue Hobby der Redaktion – Nerfgun-Pfeilewerfen (unglaublich befreiend) – und all die vielen lustigen, netten, schönen Smalltalks und Albereien, die einem den Tag versüßen, vermissen wir schmerzlich. Unseren Gizmo, der bei jedem mal vorbeischaut, um seine daily dose of trouble zu stiften. Und klar, das Rausgehen. Nach Feierabend suchen manche von uns Zerstreuung in dem breiten Angebot an Online-Spielen und -Ausstrahlungen, die die Anbieter diese Tage so großzügig bereitstellen. Das kann man natürlich so und so sehen, wie Jörg treffend erklärt:

Vorteil: Die Extrastunden ohne Pendeln erhöhen meine private Fun-Screentime. Nachteil: Die Extrastunden ohne Pendeln erhöhen meine private Fun-Screentime.

Was auf unserer Miss-List ebenfalls weit oben steht, ist das gemeinsame Kochen. Da fällt hier und da die Kost schon kärger aus als beim arbeitsteiligen Einkaufen, Schnibbeln und Zubereiten durch durchschnittlich zehn fleißige Hände.

Klopapier, Nudeln, Sushi: Ernährung im Lockdown

Was kocht man denn so Leckeres aus den vielen Konserven, die man angehamstert hat? Chefkoch bietet zum Beispiel: den in Trinkgläsern servierten “Käsesalat in Cocktailsauce”, den WG-Klassiker “dreierlei Bohnensalat” oder die rein konservenbasierte “Prinzessbohnen-Champignon-Pfanne á la Didi”. Wie schmeckt’s, Kollegen?

Marcus zieht die Augenbrauen hoch, wir sehen’s ganz genau. Bei ihm ist das Gegenteil von Dosenfutter angesagt. Als Restaurant-Fan holen er und seine Liebste sich den Geschmack einfach nach Hause und konsumieren nach dem Arbeitstag ein Lachs-Avocado-Risotto mit Weißweinsoße, oder auch mal ein klassisches Pad Thai. Besonders die “Lehrer*innen” unter uns freuen sich, wenn's schnell geht. Dabei gehören Lieferservices zu den absoluten Wachstumsbranchen in der Shutdown-Phase, wie Sabine schon feststellen musste:

Nach Nudeln und Klopapier sehe ich auch Sushi weit vorn bei den neuen Luxusgütern. Als wir uns am Wochenende was bestellen wollten, mussten wir ganz schön lange suchen, ewig warten und teuer bezahlen. Aber am Ende war uns jedes Mittel recht.

Tierische Freunde, tierisch Freude!

Endlich verbringen wir mehr Zeit mit unseren Haustieren. Das kommt besonders Sabine sehr gelegen, denn:

Vielleicht besteht so doch noch die Chance, Gizmo endlich stubenrein zu kriegen!

Corgiwelpe Gizmo auf grüner Wiese in Köln.
Auch der Junior lernt während des Lockdowns was fürs Geschäft. Foto: Sabine Pütz.

Das wäre schon eine feine Sache, da stimmen wir alle zu. Aber in erster Linie vermissen wir den kleinen Kerl, wohlerzogen oder nicht. Er hatte doch gerade erst bei uns angefangen! Weil er so schnell wächst, muss er natürlich regelmäßig mit ins Videodaily. Seine winzigen spitzen Zähnchen allerdings, von denen können wir bestenfalls träumen.

Als Katzenbesitzer*in hat man Probleme der anderen Sorte. Denn Katzen lieben es, sich auf Dinge zu legen, die der Mensch gerade nutzt. Ethologische Beobachtung aus dem Homeoffice: Tastaturen sind die allerliebsten Unterlagen der Fellinen. Wirklich unpraktisch. Aber egal, wir freuen uns genauso wie unsere Tiere, ein wenig mehr miteinander abzuhängen.

Wunderschöne schwarzweiße Perser-Mix-Katze auf Online-Arbeitsplatz
Woche 2: Endlich haben Tastatur, Maus und Katze sich platzmäßig arrangiert. Foto: Bylle Bauer.

Frühling vorm Balkon: Die Natur (wieder-)entdecken

Laptop auf Balkon.
Ein Platz an der Sonne - und das während der Arbeit. Foto: Jörg Kitz.

Während der Bürozeiten genießen wir jetzt die Natur. Bei Jörg reicht das WLAN bis auf den Balkon – und den Joghurt isst ihm im Homeoffice auch keiner weg. So arbeitet er nun unter Vogelgezwitscher und in außergewöhnlich klarer Luft – gibt Schlimmeres. ;-) Marcel hat sich aufs Land zurückgezogen und muss sich mit Luxusproblemen wie der starken Sonneneinstrahlung an seinem Arbeitsplatz im Garten herumschlagen.

Nach einem langen Arbeitstag zieht es uns alle raus in die Natur – sei es, um Gizmo oder die anderen Kinder rennen zu lassen oder sich selbst ein wenig zu bewegen. In der nun viel größeren Abwesenheit von Menschen geht es Flora und Fauna richtig gut. Plötzlich laufen uns Fasane und Rehe über den Weg, und in Venedigs Kanälen kann man die Fische sehen. Und eigentlich gibt es nach der ganzen Corona-Sache keine Ausreden mehr, unseren umweltschädlichen Output zurückzufahren – möglich ist es ja offensichtlich doch.

Corgiwelpe Gizmo schläft in Hundebett.
Gizmo träumt wie wir von der schönen Zeit im Büro. Foto: Sabine Pütz.

Möglich ist vieles, wie wir jetzt erfahren, auch wenn es auf die harte Tour ist. Am Ende sind wir unglaublich privilegiert, auch in der Coronakrise. Wir können weitermachen. Dafür sind wir sehr dankbar. Obwohl wir uns freuen, bald wieder im Büro zusammen zu sein, machen wir alle was draus und assimilieren uns jeden Tag mehr. Wir hoffen, dass Sie ähnlich gut klarkommen wie wir. Bleiben Sie gesund und halten Sie durch.

Beste Wünsche vom ganzen TEMPTON Next Level Team!