Meet the Geek

Folge 4: Der PHP-Webentwickler

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Foto Christian Kraus

Name:
Christian Kraus
Alter:
26
Beruf:
Webentwickler
Unternehmen:
next level
Haupttechnologie:
PHP5, Symfony2

Seine ersten Berührungspunkte in der Webentwicklung hatte Christian bereits in der Grundschule. Seit Januar 2012 ist er PHP-Entwickler bei next level. Nun hat er sich entschlossen auszusteigen: aus der Festanstellung und (zumindest vorerst) auch aus Deutschland. Allerdings ganz sicher nicht aus der IT. Ich habe mit ihm über seine nächsten Ziele gesprochen und warum gerade ITler (ganz entgegen des gängigen Klischees) ausgezeichnete Köche sind – sowie natürlich über PHP.

Über „Meet the Geek“

Zum Berufsbild PHP Entwickler

Christian, du hast Anfang 2012 als PHP-Entwickler bei next level angefangen. Damals warst du 22, ursprünglich kommst du aus Berlin. Was hat dich nach Köln und hauptberuflich in die Web-Entwicklung verschlagen?

Hm, also meine ersten Berührungspunkte zur Webentwicklung hatte ich in der Grundschule. Da gab’s eine Homepage AG, in der wir schon ein bisschen HTML gelernt haben. Ab dann hat mich die Sache nicht mehr losgelassen. Mit etwa 13 Jahren bin ich in PHP eingestiegen. Das hab ich dann in Privatprojekten weiter vertieft. Wenn sich im Bekanntenkreis erst einmal herumgesprochen hat, dass man ein bisschen programmieren kann, muss man nicht lange auf “Aufträge” warten.
Nach der Schule war dann die logische Konsequenz, Informatik zu studieren. Lange hab ich das aber nicht mitgemacht. Nach den Basics war es mir wichtiger, weiter praktisch zu arbeiten. In Köln hab ich dann noch einen kurzen Jura-Abstecher gemacht. Ich musste aber nicht lange überlegen, als ich die Chance bekam, bei next level mit einem Praktikum einzusteigen.

Und hier wurdest du dann schnell als “Haus- und Hofentwickler” festangestellt.

Genau, von beiden Seiten aus hat das sehr gut gepasst, sodass ich dann direkt im Anschluss an mein Praktikum einfach dort geblieben bin.

PHP ist dann also schon seit deinen ersten Programmierfahrungen als Kind deine Technologie. Hier bei nextlevel arbeitest du momentan mit PHP5 und Symfony2. Macht dich das automatisch zum “PHP-Jünger”, der über Java und Co. die Nase rümpft?

Hehe, diese Leute soll’s ja geben, aber nein, da gehöre ich nicht zu. Ich kenne PHP durch die jahrelange Erfahrung einfach von allen Technologien am besten. Mir gefällt die Sprache und das Umfeld, das sich in den letzten Jahren stark entwickelt hat. Aber ich weiß natürlich auch, dass jede ausgefeilte Technologie Vor- und Nachteile hat. Daher sehe mich auf keinen Fall als “PHP-Jünger”.

Live Coding Event bei next level
Im Rahmen der Vortragsreihe "Meet the Geek" hat Christian ein Live Coding Event für uns abgehalten.

Du kannst dir also vorstellen, auch hauptsächlich mit einer anderen Technologie zu arbeiten?

Klar. Das war ja auch ein Grund, warum ich jetzt, nach 3 Jahren, auch noch einmal etwas anderes ausprobieren möchte.

Und das offenbar in aller Konsequenz – deine Wohnung hast du gekündigt und nächste Woche gehst du auf Reisen in die weite Welt. Was ist dein Plan?

Einen ganz genauen Plan habe ich gar nicht und das ist auch der Witz bei der Sache. Ich weiß, dass ich im Juni in Bangkok sein werde, von dort aus Südostasien unsicher mache und außerdem auch noch Australien und Neuseeland kennenlernen möchte. Ich denke, jetzt ist einfach eine gute Zeit für mich, um noch einmal etwas ganz Neues zu machen und viele neue Dinge zu erleben. Als ITler hat man ja auch ein wenig den Luxus, von fast überall arbeiten zu können und das möchte ich nutzen (zumindest wenn meine Ersparnisse aufgebraucht sind...). Das kann dann für ein Unternehmen vor Ort sein oder als Freelancer.

Vielleicht werden wir also demnächst doch noch “remote” zusammenarbeiten?

Wer weiß, möglich wär’s!

next level avatar
Christian hinterlässt auch Spuren im Webdesign von nextlevel.de. Links sein selbst entworfener Skype-Avatar und rechts die Adaption, die an verschiedenen Stellen der nextlevel-Website auftaucht.

Aus der Zusammenarbeit im Produktmanagement mit dir weiß ich, dass du als Web-Entwickler auch konzeptionell sehr viel beisteuerst. Das ist im kleinen Team oft sehr hilfreich, da so nicht selten noch einmal vorteilhaftere Alternativen eröffnet werden, die im laufenden Umsetzungsprozess noch integriert werden können. Ich habe den Eindruck, dass es dir generell sehr wichtig ist, über den reinen Umsetzungs-Tellerrand hinauszublicken. Stimmt das?

Ja, mir persönlich macht der Entwicklungsprozess mehr Spaß, wenn auch dieser konzeptionelle Teil enthalten ist. Mir ist es immer wichtig, das “Warum” dahinter zu verstehen, die Motivation. Warum ist dieser Button grün und warum wollt ihr das Reporting in dieser speziellen Form ausgegeben haben usw. Die Zusammenarbeit von Entwicklung und Produktmanagement bei der Konzepterstellung bringt für beide Seiten Vorteile mit sich. Es wird so leichter, alternative Lösungen aufzudecken und ermöglicht flexibles Reagieren an problematischen Punkten in der Umsetzung. Das bedeutet für beide Seiten aber auch, dass man die Gedankengänge und Prozesse der jeweils anderen Abteilung verstehen lernen muss. Ich zum Beispiel brauche vom Produktmanagement eindeutige Anforderungsspezifikationen, gerade wenn es um funktionale Detailarbeit geht. Um nun eventuelle Rückfragen klären zu können, muss ich in der Lage sein, die technische Seite auch für einen Nicht-ITler so erklären zu können, dass der versteht, welche Informationen ich benötige. Dieser Teil, die Zusammenarbeit an der Schnittstelle, den manch einer vielleicht als lästig empfindet, macht mir großen Spaß. Ich mag es grundsätzlich sehr, dass man in der Webentwicklung so einen gesunden Mix haben kann aus Programmierung und Konzeptionierung, Back- und Frontend. Das ist abwechslungsreich und man ist am Gesamtprodukt beteiligt.

Easteregg
Ein Easteregg à la Christian Kraus im Backend-Bereich von nextlevel.de.

Was war dein tollstes Entwicklunsergebnis?

Hmm, das ist sehr schwer zu sagen. Es ist natürlich immer spannend, wenn man etwas Neues macht – das kann die Umstellung auf eine neuere Technologieversion sein und natürlich große Projekte wie der Relaunch einer Seite oder die Umstellung auf Responsive Design, wie wir das für die Seite von next level gemacht haben. Aber auch kleinere Ideen, die man umsetzen konnte, sind toll. Eigentlich ist immer das, was man zuletzt geschafft hat, das Tollste.

“Kleinere Ideen” – deine Eastereggs kennen wir gut ;-)

(grinst)

Web- und Softwareentwicklung erfordert neben einem guten Konzept ja auch ein gesundes Maß an kreativer Lösungsfindung. Dass du das mitbringst, steht außer Frage. Ich weiß aber zufälligerweise, dass du auch an einem anderen Ort sehr kreativ bist: In der Küche. Riecht es in den Gängen von next level und get in IT gegen 12.30 Uhr mal nicht nach Mangoldlasagne oder Blumenkohl im Hackmantel, kann man quasi davon ausgehen, dass du krank oder im Urlaub bist. Unser Systemadministrator, Kai, ist ebenfalls ein großartiger Koch. Wenn es um die richtige Art der Panade-Zubereitung oder die legändere Bolognese-Sauce geht, kann man von euch viel lernen.

IT und Küche – warum geht das so gut zusammen?

Naja, in meinem Vortrag “Grundlagen der Softwareentwicklung”, den ich für neue Mitarbeiter öfters abgehalten habe, erkläre ich einen Algorithmus manchmal, indem ich ihn mit einem Kochrezept vergleiche. Im Prinzip ist das nichts anderes. Man hat eine Ausgangslage und ein Ergebnis, zu dem man gelangt, wenn man Schritt für Schritt die Vorgabe befolgt und das Ergebnis jeden Schrittes als Ausgangslage des folgenden Schrittes nimmt.

Mittagspause bei next level
So kennen wir Christian: Wenn nicht beim Coden, dann beim Kochen.

Und jenseits vom algorithmischen Mechanismus muss ich als Koch/als Entwickler kreativ werden können in der Umsetzung, wenn plötzlich vom vorgesehenen Plan abgewichen wird. Das heißt, wenn der Einkäufer die Tomaten vergessen oder statt süßer Sahne saure Sahne mitgebracht hat. Je mehr Erfahrung man hat, desto leichter kann man natürlich auf Alternativlösungen zurückgreifen.

Wie Butter.

Genau. Oder schmutzige Hacks, je nachdem.

Wo bist du heute in einem Monat?

Das weiß ich noch nicht – und das ist gut so.

Ich danke dir sehr für das Gespräch.