Meet the Geek

Folge 2: Der Software-Architekt

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Foto Jens Neuhalfen

Name:
Jens Neuhalfen
Alter:
38
Beruf:
Software-Architekt, Leiter Technik
Unternehmen:
GreenPocket (seit 2010)

Jens ist einer der „Geeks“, die uns kürzlich besucht haben. Ihm gelingt ein überraschender, aber durchaus überzeugender Bezug zwischen einem Coder und einem Friseur. – Seine Sauklaue (Jens eigene Wortwahl) soll außerdem eine nicht unwesentliche Rolle bei seiner Berufswahl gespielt haben.

Über „Meet the Geek“

Jens, kannst Du mir einen kurzen Eindruck davon vermitteln, was Dich so am Coden fasziniert?

Also lass es mich mal so sagen: Man sagt ja, dass der Friseurberuf ideal ist, wenn es um die berufliche Erfüllung geht. Alle halbe Stunde hat man ein Ergebnis seiner Arbeit vor Augen und im Idealfall dadurch auch ein Erfolgserlebnis. – Und genauso ist es beim Entwickeln.

Man kann es tatsächlich wie ein Handwerk verstehen, nur dass man anders als bei den meisten Handwerksberufen keine realen Materialien braucht. Wenn man sein Werkzeug beisammen hat, braucht man im Prinzip nur eine Idee und kann einfach loslegen. Das macht einfach Spaß.

Also könnte man sagen: Beim Coden trifft digitales Handwerk auf Kreativität.

Kreativität gehört unbedingt dazu. Man muss etwas erschaffen wollen. Das führt sehr oft dazu, dass sich eine emotionale Bindung zwischen dem Entwickler und seinem Produkt ergibt. Viele Entwickler, die länger an einem Software-Produkt gearbeitet haben, sprechen von “ihrem Baby”.

Wie bist du denn zum Entwickeln gekommen?

Mit etwa 10 Jahren habe ich einen Commodore (C16) geschenkt bekommen und mich damit intensiv beschäftigt. Da ich aber damals keine Spiele hatte, habe ich einfach angefangen zu programmieren. Das hat mich dann im Hinblick auf meinen Berufswunsch geprägt. – Aber eine nicht unwesentliche Rolle spielte dabei auch meine desaströse Sauklaue. Ich wollte auf jeden Fall etwas machen, bei dem ich immer nur tippen würde müssen!

Mein erster Job als Entwickler war dann allerdings zunächst ein Sprung ins ganz kalte Wasser. Es war außerdem eine sehr spontane Entscheidung (“Kennst du ISDN? Kannst du da was für uns entwickeln?”)

Das hört sich ein wenig nach learning by doing an..

Definitiv. Das war zu der Zeit allerdings mit Sicherheit keine Ausnahme. Und irgendwie hat es funktioniert. Danach wusste ich dann auch, dass ich dabei bleiben möchte.

Jetzt hast du nach vielen Jahren reiner Entwicklungstätigkeit den Schwerpunkt Richtung Software-Architektur verlagert. Was war der Antrieb dahinter?

Ich war schon neben meiner Entwicklertätigkeit immer wieder in den Bereichen technische Projektleitung und fachliche Konzeption unterwegs. Mit den Jahren erweitern sich auch auf diesen angrenzenden Gebieten die Kenntnisse und bei dem Software-Architekten kommt dann all das zusammen. Er bildet die Schnittstelle zwischen Entwicklung, Management, Product Owner und Betrieb. Das reizt mich zum einen und zum anderen ist es auch eine willkommene Abwechslung zur reinen Entwicklung, wo man sich oft überwiegend mit einer Technologie befasst. Das ist eine ganze Zeit lang wirklich spannend, aber irgendwann kann eine Umorientierung mit neuen Herausforderungen auch gut tun.

Dann wünsche ich viel Erfolg weiterhin und herzlichen Dank für das Gespräch!